Online-Petition für Erhalt der Kita-Sonnenwind

Eigentlich hatten sich alle auf das 15-jährige Jubiläum der Caritas-Kita “Sonnenwind” gefreut. Die Kita teilt sich mit der Erweiterten Schulischen Betreuung (ESB) “Sonnenwind” das Gebäude. In den vergangenen 15 Jahren haben es Erzieherinnen und Eltern gemeinsam geschafft, nach den Kinderwünschen fantasievolle Gruppen- und Themenräume und ein abwechslungsreiches Außengelände zu gestalten. Darüber gelang es, ein stabiles Kindergartenteam aufzubauen, das den Kindern in familiärer Atmosphäre wichtige Werte wie Hilfsbereitschaft und einen rücksichtsvollen Umgang miteinander mit auf den Weg geben möchte. Viele arbeiten bereits seit über zehn Jahren in der Einrichtung.

Die Freude über die Feierlichkeiten war jedoch merklich getrübt, nachdem die Stadt Frankfurt kürzlich verkündet hatte, dass der Kindergarten “Sonnenwind” geschlossen werden soll. Für die betroffenen Eltern ist nicht nachvollziehbar, warum die Stadt Frankfurt nach eineinhalb Jahren Planung hinter verschlossenen Türen und ohne Einbeziehung der Elternbeiräte der fünfzehnjährigen Erfolgsgeschichte des Kindergartens “Sonnenwind” ein Ende setzen möchte. Und nicht nur der Kindergarten "Sonnenwind", auch die Hortplätze der Kitas "Schatzinsel" und "Welt-Raum" sollen sukzessive abgebaut und in die ESB verlagert werden. 

Das ist für die Elternvertreter die denkbar schlechteste Lösung: der Verlust eines etablierten christlichen Kindergartens und eines stabilen Kindergartenteams, mehrere Jahre Unruhe und personelle Instabilität in den betroffenen Betreuungseinrichtungen, eine Verlagerung von 80 Hortplätzen in eine bereits überfüllte Schule und über hundert Kinder, die dadurch in Mitleidenschaft gezogen werden.

Dabei liegt die beste Lösung für die Eltern auf der Hand: Für den Kindergarten sollte nach Möglichkeit ein in der Nähe gelegenes neues Gebäude mit Außenbereich gebaut werden. Dieses Anliegen wird auch von allen Fraktionen des Ortsbeirates unterstützt, zumal die Stadt Frankfurt ohnehin noch eine 13. Kita auf dem Riedberg bauen möchte und hierfür bereits ein Grundstück sucht. Doch die Suche gestaltet sich schwieriger als gedacht, da viele Flächen bereits anderweitig verplant zu sein scheinen. Doch die sich engagierenden Eltern sind überzeugt, dass mit gutem Willen noch ein Standort gefunden werden kann.

Zudem sollten die frei werdenden Räume des Kindergartens “Sonnenwind” nach den Vorstellungen der Eltern für kleinere ESB-Gruppen und mehr Rückzugsräume für Schulkinder genutzt werden. Wenn die frei werdenden Räume hingegen mit Kindern der umliegenden Horte gefüllt würden, entstünde kein neuer Raum für die Kinder, sondern sie würden im Gegenteil auf immer weniger Platz zusammengedrängt.

Da noch weit über 300 Wohnungen im Einzugsgebiet der Grundschule Riedberg gebaut werden sollen und daher mit einem weiteren Zuzug von Kindergarten- und Grundschulkindern in den nächsten Jahren zu rechnen ist, sehen die Eltern zudem die Gefahr, dass die Grundschule noch weitere Grundschulkinder aufnehmen muss, die dann auch eine Nachmittagsbetreuung brauchen. Für Christina Herzbach, Elternbeirätin im Kindergarten “Sonnenwind”, ist daher klar: "Die Stadt Frankfurt muss die Kinderzahlen der nächsten Jahre im Blick haben, ein langfristig tragbares Betreuungskonzept mit mehr Raum für die Kinder ausarbeiten und sich die Grundstücke für die noch benötigten Schulerweiterungen und Betreuungseinrichtungen sichern, bevor alles anderweitig zugebaut ist."

Die Elternbeiräte haben für den Erhalt des Kindergartens "Sonnenwind" eine Online-Petition gestartet, die Sie hier unterstützen können. Lesen Sie weiter und erfahren Sie mehr über den Alltag in der Kita Sonnenwind, ihre Besonderheiten und was es zu erhalten gilt.

Der Leiterin des Kindergartens Sonnenwind, Marion Filges-Dingel, ist es besonders wichtig, dass sie die Kinder neugierig und gefestigt mit vielen guten Freundschaften in die Grundschule entlässt. Hierfür spielten die altersgleichen Gruppen im Kindergarten eine besondere Rolle: “Zweimal in der Woche dürfen alle gleichaltrigen Kinder den Vormittag zusammen verbringen. Dabei können sie Selbstbewusstsein tanken und Kontakte zu gleichaltrigen Kindern anderer Gruppen knüpfen, mit denen sie später in die Schule gehen werden. Durch die Nähe zur Grundschule Riedberg können sich die Vorschulkinder bereits mit dem Schulgebäude und den ESB-Gruppenräumen vertraut machen. Beim Eintritt in die Schule sind ihnen auch schon einige Erzieherinnen aus der ESB vertraut, die zum Teil auch im Kindergarten arbeiten.”

Die Leiterin freut sich auch besonders über den Besuch ehemaliger Kindergartenkinder aus der Grundschule: “So entlässt man die Kinder am Ende der Kindergartenzeit nicht einfach in die Grundschule, sondern kann ihre Entwicklung weiterhin begleiten. Die Schulkinder kommen hin und wieder zu Besuch, wenn sie etwas besonderes erzählen oder ihre Geschwister im Kindergarten besuchen möchten.” Auch die Nähe zur Kirche St. Edith Stein sei etwas Besonderes, denn so könnten alle Feste im Kirchenjahr entweder von der Gemeindereferentin im Kindergarten begleitet oder von den Kindern in der nahen Kirche zusammen gefeiert werden. Hin und wieder besuchten einige Kinder auch das Seniorenpflegeheim Casa Reha "Bettinahof”, was sowohl für die Kinder als auch für die älteren Menschen jedes Mal ein besonderes Erlebnis sei.

Felicitas Heucher, die ehemalige Leiterin des Kindergartens, die diesen maßgeblich mit aufgebaut hat und nunmehr Leiterin der ESB “Sonnenwind” ist, erinnert sich: “Am Anfang waren die Grundschule Riedberg und die Kita Sonnenwind das nördlichste Gebäude auf dem Riedberg inmitten von Feldern und Wiesen. Niemand konnte sich vorstellen, wie dicht bebaut der Riedberg einmal sein würde und dass das Schulgebäude irgendwann zu klein für alle Schüler werden könnte. Die ersten beiden Gruppen starteten in einem fast leeren Gebäude mit weißen Wänden. Bei jeder Warenlieferung wurden aus den riesigen Kartons bunt bemalte Häuser gebastelt. Die besonderen Einrichtungselemente in den einzelnen Gruppen, wie Ritterburg, Schiff, Baumhaus und Zelt, wurden erst im zweiten Jahr nach den Vorschlägen der Erzieherinnen von Tischlern aus Holz individuell angefertigt und eingebaut. Bei der Gestaltung des Außenbereichs halfen an den Wochenenden auch viele Eltern mit, um Holzhäuser, Wasserläufe und Bänke zu bauen. Die Kinder verzierten die kahlen Betonwände mit Mosaiken”. Auch wenn sie gerne an die Kindergartenzeiten zurückdenkt, ist es nun ihr Ziel, die ihr in der ESB anvertrauten Schulkinder bestmöglich zu betreuen. Und das sei bei den stetig steigenden Schülerzahlen eine herausfordernde Aufgabe, die eine kontinuierliche Weiterentwicklung der Einrichtung verlange. Dabei sei es ihr wichtig, nach Möglichkeit auch für genügend Ruhe- und Rückzugsräume zu sorgen.

Das fünzehnjährige Bestehen der Einrichtung wurde am vergangenen Samstag mit einem gemeinsamen bunten Programm von Sonnenwind und Grundschule Riedberg, die zur gleichen Zeit gegründet wurde, gefeiert: Die Grundschulkinder hatten viele beeindruckende Aufführungen  und Basteleien vorbereitet. Von Geisterbahn über Tanz bis hin zu einem selbstgedrehten Film über den Alltag in der Grundschule gab es viel zu bestaunen. Dabei sammelten die Kinder auf eigene Initiative auch Spenden für soziale Projekte. Auch ESB und Kindergarten beteiligten sich mit einigen schönen Aktivitäten wie Kinderschminken, Waffeln backen, Kinder-Cocktails mixen und Osternester pflanzen. (Quelle: Elternbeirat Kita Sonnenwind)

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